Kurz beantwortet
Für ein Exposé brauchen Sie vier Bildtypen: eine Außenansicht, die das Haus im Straßenraum zeigt, eine Ansicht der Freifläche, einen Innenraum je Wohnungstyp und einen lesbaren Grundriss. Alles andere ist Zugabe. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern dass Käufer Größe, Licht und Lage einschätzen können — dafür zählen Blickhöhe, Tageszeit und ein Maßstab im Bild mehr als Inszenierung.
Das Wichtigste in Kürze
- Vier Bilder tragen ein Exposé: Straßenansicht, Freifläche, Innenraum je Typ, Grundriss.
- Augenhöhe schlägt Drohnenperspektive. Käufer stellen sich vor, wie sie davorstehen, nicht wie sie darüberfliegen.
- Innenräume brauchen Tageslicht aus der realen Himmelsrichtung, sonst stimmt die Erwartung nicht.
- Ein Bild ohne Grundriss daneben lässt Größen offen. Beides zusammen verkauft.
Die vier Bilder
Straßenansicht auf Augenhöhe. Zeigt Eingang, Materialität und Nachbarschaft. Brennweite um 24 bis 28 Millimeter, Kamera auf 1,60 Meter. Das Haus soll im Bild stehen, nicht schweben.
Freifläche. Terrasse, Garten oder Loggia. Diese Bilder beantworten die Frage nach dem Draußen, die in jedem Besichtigungstermin kommt.
Innenraum je Wohnungstyp. Nicht je Wohnung — je Typ. Wer acht gleiche Zweizimmerwohnungen baut, braucht ein Bild, keine acht. Wichtig ist die Blickrichtung: von der Tür in den Raum, mit dem Fenster im Bild.
Grundriss. Sauber, bemaßt, mit Nordpfeil. Er macht die Bilder überprüfbar und ist in Portalen oft das meistbetrachtete Element.
Warum Augenhöhe wichtiger ist als Höhe
Luftbilder wirken auf Bauträgerseite überzeugend, weil sie das Projekt als Ganzes zeigen. Käufer interessiert etwas anderes: der Weg zur Haustür, die Größe des Balkons, der Blick aus dem Wohnzimmer. Eine Kamera auf Augenhöhe liefert diese Antworten. Das Luftbild bleibt nützlich — für die Lage im Quartier, nicht für die Wohnung.
Licht, das zur Wohnung passt
Ein nach Norden orientiertes Wohnzimmer im goldenen Abendlicht zu zeigen, ist keine Gestaltung, sondern eine falsche Erwartung. Wenn der Sonnenstand aus Koordinaten und Uhrzeit berechnet wird, lässt sich die passende Tageszeit je Fassade wählen; die Grundlagen dazu stehen in Sonnenstand im Bild.
Für Vermarktungsbilder haben sich zwei Zeitpunkte bewährt: später Nachmittag für Außenansichten, Vormittag für Innenräume mit Ostlage. Die blaue Stunde ist stark für ein einzelnes Titelbild und schwach für alles, was Material zeigen soll.
Varianten statt Diskussionen
Vertrieb und Planung streiten oft über Fassadenfarbe oder Bodenbelag. Statt zu diskutieren, lohnt es, drei Varianten nebeneinander zu legen — dieselbe Kamera, dasselbe Licht, anderes Material. Wie das ohne neue Beauftragung geht, steht unter Materialvarianten.
Formate für Portale
Immobilienportale zeigen Titelbilder meist im Querformat und schneiden hochformatige Bilder zu. Drei Regeln:
- Querformat zuerst. 16:9 oder 4:3, das Haus mittig, Rand nicht zu knapp.
- Titelbild ohne Text. Portale legen eigene Zeilen darüber.
- Reihenfolge festlegen. Das erste Bild entscheidet über den Klick, der Grundriss gehört an die zweite oder dritte Stelle.
Für die eigene Projektseite gilt das nicht: Dort dürfen Bilder groß, ruhig und in der Reihenfolge stehen, die das Projekt erzählt.
Was Sie weglassen können
- Bilder ohne Menschen und ohne Möbel wirken leer; entweder Möblierung oder klar als Rohbau deklariert.
- Mehr als acht Bilder liest niemand. Der Rest gehört auf eine Projektseite.
- Bilder mit zufälligen Marken, Autos oder Logos erzeugen Rückfragen.
Bilder teilen statt verschicken
Ein Exposé ist selten fertig, wenn das erste Interesse kommt. Ein Link, der Bilder, Videos und Grundriss zusammenhält und sich aktualisieren lässt, spart die Runde aus E-Mail-Anhängen. Wie das im Projekt aussieht, zeigt die Freigabe mit Bauherren.
Quellen und weiterführende Informationen
Häufige Fragen
Wie viele Bilder braucht ein Exposé?
Vier bis acht. Eine Außenansicht, eine Freifläche, ein Innenraum je Wohnungstyp und der Grundriss decken die häufigsten Fragen ab.
Brauche ich für jede Wohnung ein Bild?
Nein, je Wohnungstyp. Gleiche Grundrisse in verschiedenen Geschoßen unterscheiden sich im Bild kaum; der Unterschied liegt im Ausblick, und der lässt sich beschreiben.
Dürfen Möbel im Bild stehen?
Ja, wenn erkennbar bleibt, dass sie nicht zum Lieferumfang gehören. Ein Satz in der Bildunterschrift genügt.
Was ist mit Bildern vom Bauträger selbst?
Fotos vom Baufortschritt ergänzen die Visualisierungen gut. Wichtig ist, beide Arten klar zu trennen.
Über die Redaktion
VEDUTUM Redaktion
Die Redaktion von VEDUTUM, einem Produkt der EA Digital Solutions e.U. in Graz, schreibt über Modellformate, Rendering, Auflösungen, Kamerafahrten und Sonnenstand. Jede Zahl mit Rechenweg oder Quelle, jeder Text von Menschen geprüft.
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